Stalin unter den besonderen Bedingungen in Deutschland verteidigen!

Im März 1953 starb Stalin. Der Tod Stalins war ein entscheidender Einschnitt. Seitdem sind weltweit bedeutende Veränderungen vor sich gegangen. Der mit dem Namen Stalins verbundene Sozialismus und die Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion, die kommunistische Weltbewegung und alle ehemals sozialistischen und volksdemokratischen Länder wurden durch den Druck des Imperialismus von außen und durch den Verrat der modernen Revisionisten unter Führung Chruschtschows insbesondere ab dem revisionistischen 20. Parteitag der KPdSU(B) 1956 im Inneren vernichtet. Die modernen Revisionisten betrieben eine Politik der Kapitulation vor dem Imperialismus und der Verwandlung des sozialistischen Staates in ein kapitalistisches Land, ja in eine imperialistische Großmacht, die andere Länder überfällt, ausbeutet und unterdrückt. Die Auflösung der Sowjetunion und der Zerfall des revisionistischen Lagers ab 1989 waren lediglich die Konsequenz aus dem Verrat an den Grundideen des Kommunismus nach dem Tod Stalins.

Wer Stalin heute in Deutschland öffentlich verteidigt, wer sich über Stalin positiv äußert, sieht sich einer riesigen Koalition aller reaktionären und konterrevolutionären Kräfte von den bürgerlichen Parteien über Revisionisten, Trotzkisten bis zu Anarchisten gegen­ über. Alle diese Kräfte sind sich einig gegen Stalin, schreien sich die Kehle heiser und verbreiten Verdrehungen, Verleumdungen und Lügen, um Stalin als grausamen Tyrannen und Diktator zu begeifern, ihn gar mit Hitler gleichzusetzen usw. – und viele fortschrittliche Menschen lassen sich davon anstecken.

Keine Person, auch Stalin nicht, ist nach ihrem Tod davor gefeit, von Reaktionären verfälscht oder heuchlerisch gelobt zu werden. So existieren heute, neben direkten Verleumdern Stalins, vor allem in Rußland Gruppen, die mit dem Namen Stalins nicht den Kommunismus, sondern die „Größe Rußlands“ verbinden. Solche Gruppen, oft auch im engeren Kontakt mit offen judenfeindlichen Organisationen, betreiben ihren großrussischen Chauvinismus mit dem Namen Stalin auf den Lippen. Stalin, ein Feind des großrussischen Chauvinismus und ein Feind des Antisemitismus wie aller reaktionären Ausbeuterideologien steht im Gegensatz zu solchen Reaktionären, die Stalin heuchlerisch lobpreisen. So gibt es sozusagen keine Variante, die es nicht gibt, wenn es weltweit darum geht, den eigentlichen Kern, das Wesentliche am Leben und am Werk Stalins zu verfälschen und zu vertuschen.

Zudem gibt es einen riesigen Berg an Unverständnis und Unwissenheit. Da gibt es zunächst die unbestreitbare Tatsache, dass die sozialistische Sowjetunion unter der Anleitung Stalins den Hauptanteil dazu beitrug, dass das nazi-faschistische Deutschland besiegt wurde. Allein aus diesem Grund müssten alle demokratischen Kräfte, die den Nazi-Faschismus hassen, sich im Gefühl der Dankbarkeit und Solidarität ernsthaft damit beschäftigen, warum Stalin so verleumdet wird. Denn mit dem Ruf „Es lebe Stalin!“ starben die Partisaninnen und Partisanen an den Galgen der Nazi-Faschisten, und mit der Parole „Vorwärts mit Stalin!“ eroberten die Kämpfer und Kämferinnen der Roten Armee Berlin, das Zentrum des Nazi-Faschismus. Stalin hat, bildlich gesprochen, Hitler das Genick gebrochen! Das ist das Wesentliche, und deshalb wurde und wird Stalin weltweit von vielen geliebt, aber besonders in -Deutschland auch von vielen gehaßt.

Stalin in Deutschland verteidigen heißt auch Klarheit über das Potsdamer Abkommen zu haben, es als demokratisches Dokument zu verteidigen und seinen Bruch anzuprangern. Stalin sah bereits damals sehr deutlich und klar, dass der deutsche Imperialismus nach einigen Jahrzehnten wiedererstarken, dass der deutsche Militarismus erneut sein Haupt erheben und die Welt mit neuen imperialistischen Kriegen bedrohen wird. Das ist für uns in Deutschland wesentlich, und auch deshalb verteidigen wir Stalin.

Vor allem aber ist unbestreitbar, dass Stalin fast 30 Jahre an der Spitze der sozialistischen Sowjetunion und der kommunistischen Weltbewegung gestanden und gewirkt hat. Gleichzeitig hat Stalin als Theoretiker des wissenschaftlichen Kommunismus eine Reihe grundlegender Werke und Schriften verfaßt, die gerade angesichts enormer Rückschläge der kommunistischen Weltbewegung eine starke Waffe im Kampf für die Revolution sind und sein können. Deshalb heißt. für uns Stalin verteidigen, vor allem sein ganzes vor­ liegendes Werk, seine Theorie und Praxis zu studieren: seine theoretische Arbeit an der Spitze der KPdSU(B) und seine Beiträge innerhalb der Kommunistischen Internationale, seine scharfen Analysen der Situation in Deutschland und in der KPD, seine klärenden Beiträge in den verschiedenen Etappen der Festigung der Diktatur des Proletariats in der sozialistischen Sowjetunion.

Die kommunistischen Kräfte in Deutschland kämpfen mit aller Festigkeit für die Verteidigung Stalins im wissenschaftlich kommunistischen Stil und in Verbindung mit den heutigen Aufgaben: für die Klarheit in Fragen der deutschen Geschichte und des demokratischen Kampfes gegen den deutschen Imperialismus, vor allem aber um Klarheit in allen Fragen des wissenschaftlichen Kommunismus zu bekommen – gerade auch in den eigenen Reihen.